Wenn man sich selbstständig macht, hat man eigentlich eine Sache, die man richtig gern macht. Man will Kunden beraten, eine Dienstleistung anbieten oder irgendein Produkt auf den Markt bringen. Halt das, was man gut kann. Die Realität sieht dann aber ganz schnell anders aus. Auf einmal bist du eben nicht mehr nur der Experte für deine eigentliche Arbeit. Du bist plötzlich der Buchhalter, der sich durch Rechnungen und Steuern quält. Du musst dich über Nacht mit Marketing beschäftigen, die DSGVO irgendwie kapieren, dich mit der Website-IT herumschlagen und nebenbei noch neue Kunden an Land ziehen, damit überhaupt Geld reinkommt. Lauter Baustellen, von denen man eigentlich gar keine Ahnung hat. Aber man muss ja, notgedrungen!
Das Ganze endet dann meistens in einem Dauer-Rotieren. Weil man alles richtig machen will, fängt man an, überall mitzureden. Man schaut Videos zum Marketing, liest Blogs über Steuern und versucht, jedes Problem selbst zu lösen. Man eignet sich immer mehr Halbwissen an für Dinge, die man eigentlich überhaupt nicht leiden kann. Und merkt dabei gar nicht, wie die Zeit für die eigentliche Arbeit, also für das, womit man eigentlich sein Geld verdienen möchte, komplett flöten geht. Hier steckt man in einer richtigen Zwickmühle: Man sitzt in fünf verschiedenen Jobs gleichzeitig fest. Und das führt früher oder später schnurstracks in die Erschöpfung. Der Dauerstress kommt hier meistens gar nicht davon, dass man zu unmotiviert ist oder zu wenig arbeitet. Sondern weil der ganze Tagesablauf von Haus aus gar nicht funktionieren kann. Man verliert die ganze Energie in Jobs, die man nie gelernt hat. Am Ende verwaltet man nur noch das eigene Chaos, anstatt vernünftig zu arbeiten.
Wenn die Luft raus ist, versuchen viele erst recht, irgendwie durchzuhalten. Es wird noch eine App fürs Zeitmanagement installiert, noch ein Ratgeber über Produktivität gelesen oder versucht, noch mehr Disziplin aufzubringen. Durch meine Beratungen und Coachings mit Selbständigen kann ich sagen: Das Problem ist fast nie ein Mangel an Disziplin. Es ist schlicht eine Überlastung des Systems. Wenn ein Mensch mit zu vielen verschiedenen Aufgaben gleichzeitig überladen wird, blockiert das Gehirn irgendwann. Man flüchtet sich dann ganz automatisch in die einfachen, schnell erledigten Dinge – wie das Beantworten von unwichtigen E-Mails, nur um das unangenehme Gefühl der Überforderung bei den großen Projekten zu vermeiden.
Alles selbst machen zu wollen, ist der sicherste Weg, um den Spaß am eigenen Business komplett zu verlieren. Man darf und muss Grenzen ziehen, bevor die Luft komplett raus ist.
Das heißt ganz konkret:
Schluss mit deinem Perfektionismus bei Nebensachen. Du musst kein Marketing-Profi und kein Steuerberater werden. Bei Dingen außerhalb deiner Kernkompetenz reicht ein einfaches „Passt schon so!“. Wer überall 100 Prozent abliefern will, brennt aus.
Dazu gehören auch feste Zeiten für den ungeliebten Kram. Wer die Buchhaltung oder die IT ständig vor sich herschiebt, hat sie die ganze Woche als schlechtes Gewissen im Hinterkopf. Sinnvoller ist ein fester Termin im Kalender (zum Beispiel jeden Freitagmorgen für zwei Stunden). Danach ist das Thema für die Woche erledigt und der Kopf ist frei.
Und schließlich: Hör auf, alles lernen zu wollen. Es ist oft viel billiger und schont die Nerven, wenn man ein paar Euro für einen Experten in die Hand nimmt – egal ob für die Steuer oder die Website. Das ist besser, als tagelang kostbare Arbeitszeit mit Tutorials zu verplempern. Das Wichtigste im ganzen Unternehmen bist du selbst. Wenn du aufhörst, der Praktikant für alles zu sein, hast du auch wieder mehr Zeit und Energie für das, was dein Business eigentlich ausmacht.
Manchmal steckt man alleine jedoch so tief im Hamsterrad, dass man den Blick für das Wesentliche verliert. Als psychosoziale Beraterin und Coach helfe ich dir dabei, dass du wieder die Chefin oder Chef in deinem eigenen Business wirst.
Wir schauen uns ganz nüchtern deinen Arbeitsalltag an:
- Welche Aufgaben rauben dir die meiste Energie?
- Wo blockiert dich dein eigener Perfektionismus?
- Wie bauen wir einen Wochenplan, der im Alltag auch wirklich funktioniert?
„Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.“ – Seneca
Ich freue mich darauf, dich ein Stück auf deinem Weg zu begleiten.
Alles Liebe und bis bald
Sandra